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Kardinal Marx und Bischof Ackermann bei der Vorstellung des Missbrauchsbericht Kardinal Marx und Bischof Ackermann bei der Vorstellung des Missbrauchsbericht 

D: Kardinal Woelki schweigt bei Predigt

Mit einer ungewöhnlichen Geste hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an die Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche erinnert und die Kirche zu Umkehr, Reue und Buße aufgerufen. „Damit wir nicht immer nur reden, werde ich die restlichen fünf Minuten meiner Predigt schweigen", sagte er am Mittwochmorgen in einem Gottesdienst in Fulda.

Anschließend wurde in mehreren Fürbitten für die Missbrauchsopfer und deren Angehörige gebetet und an das Versagen der Kirche erinnert. Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Woelki die katholische Kirche zu Umkehr und Buße aufgerufen. Dass Vertreter der Kirche so etwas tun „und dass dies auch noch von der Institution Kirche so oft zugelassen wurde, macht fassungslos".

Nicht nur die Bischöfe in den USA, Australien oder Irland, „sondern auch wir Bischöfe in Deutschland haben, dadurch, dass wir Gutes unterlassen und Böses getan haben, das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen, von deren Eltern, Freunden und Angehörigen, missbraucht", sagte Woelki. „Dafür müssen wir all diese Menschen um Vergebung bitten und ihnen überzeugend versprechen, alles zu tun, damit das nicht wieder vorkommt."

Erste Konsequenzen und weitere Schritte vorstellen

Die katholischen Bischöfe setzen am heutigen Mittwoch ihre Beratungen bei der Herbstvollversammlung in Fulda fort. Nach der Vorstellung der Missbrauchsstudie gehen die Debatten über das Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche weiter. Zum Abschluss der Tagung wollen die Bischöfe am Donnerstag erste Konsequenzen und weitere Schritte vorstellen.

Bei der Vorstellung der Studie am Dienstag hatten die Bischöfe um Entschuldigung gebeten und bekannt, man habe viel zu lang geleugnet, weggeschaut und vertuscht. Wissenschaftler, Politiker und Opferverbände forderten unter anderem eine Debatte über kirchliche Strukturen, die den Missbrauch begünstigen können.

(kna/vatican news – gs)

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26. September 2018, 10:44