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Gewaltsame Ausschreitungen während einer Demonstration Rechtsextremer in Chemnitz Gewaltsame Ausschreitungen während einer Demonstration Rechtsextremer in Chemnitz  (ANSA)

D: Auschwitz-Komitee entsetzt über Ereignisse von Chemnitz

Das Internationale Auschwitz-Komitee ist entsetzt über die Ereignisse in Chemnitz und den für das nächste Wochenende in der Stadt angekündigten Aufmarsch rechtsradikaler Gruppen. „Auschwitz-Überlebende in aller Welt empfinden die rechtsextremen Entwicklungen in Chemnitz als dramatisch", erklärte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner am Donnerstag während eines Aufenthaltes in der Gedenkstätte Auschwitz.

„Mit wachsender Sorge beobachten die Überlebenden des Holocausts den Versuch rechtsextremer Gruppierungen, die Macht der Straße an sich zu reißen und den Hass in die Städte zu tragen“, so Heubner. Er zweifele daran, dass allen politisch Verantwortlichen und den Bürgern, die beiseite stünden, der Ernst der Lage bewusst sei. „Auch die Verachtung der Demokratie, die sich auf der Straße austobt und der fanatische Hass der Demonstranten, der nicht nur den Repräsentanten der Republik entgegenschlägt, erinnert die Überlebenden von Auschwitz schmerzlich an den Niedergang Deutschlands, den sie miterlebt haben."

 

Anwachsen des Rechtsextremismus zu lange toleriert

 

Heubner kritisierte, dass ein Anwachsen des Rechtsextremismus und „die immer wieder aufscheinende Nähe zwischen dem Ideengut der Rechten und politisch und polizeilich Verantwortlichen" gerade in Sachsen über zu viele Jahre hinweg toleriert und verharmlost worden sei. „Der rechte Aufmarsch am kommenden Wochenende wird zeigen, ob die Polizei in der Lage ist, das Gewaltmonopol des Staates im Interesse Deutschlands und aller Bewohner von Chemnitz durchzusetzen“, sagte er.

 

Kirche als Brückenbauer

 

Auch der Leiter des katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, verurteilte die Ausschreitungen in Chemnitz. Die katholische Kirche werde Rassismus und „Migranten-Bashing" immer in aller Deutlichkeit zurückweisen, betonte Jüsten am Donnerstag in Köln. Zugleich warnte er vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft. Die Kirche wolle mit dazu beitragen, die Demokratie zu stärken und das Gespräch mit denen zu suchen, „die sich aus dem demokratischen Diskurs verabschiedet haben". Das sei nicht einfach, räumte Jüsten ein. Aber: „Es muss Brückenbauer geben", so Jüsten.

(kna – bw)

30 August 2018, 11:15