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Kardinal Marx Kardinal Marx  (ANSA)

Marx erteilt Populismus eine Absage

„Nationalist sein und katholisch, das geht nicht.“ Das sagt Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Er sehe „mit Sorge“, dass „weite Teile der Gesellschaft verbal radikaler werden“, sagte Marx, der auch Erzbischof von München und Freising ist. Die Volkspartei sollten aber jetzt nicht „nach rechts“ driften, nur „weil der Zeitgeist nach rechts wandert“. Mit deutlichem Bezug auf die Unionsparteien bemerkte Marx: „Eine Partei, die sich für das C im Namen entschieden hat, geht eine Verpflichtung ein – im Sinne der christlichen Soziallehre besonders in der Haltung gegenüber den Armen und Schwachen.“

„Viele riskieren ihr Leben, viele sterben auf dem Weg“

 

Menschen auf der Flucht dürften nicht einfach als „Bedrohung unseres Wohlstandes“ dargestellt werden, „die wir abwehren müssen“, so Marx. „Viele riskieren ihr Leben, viele sterben auf dem Weg.“ Deutschland brauche „eine differenzierte Debatte über ein Einwanderungsgesetz“.

„Es wäre aber keine Perspektive für eine gerechte Welt, wenn wir damit einfach Ingenieure und IT-Spezialisten aus anderen Ländern ‚abschöpfen‘ wollten. Die Fragen der Entwicklungspolitik, von Teilhabe und Chancengerechtigkeit, müssten eng verzahnt sein mit dem Thema der Einwanderung.“

(zeit-online – sk)

18 Juli 2018, 13:36