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Kein Problem mit dem 12-Stunden Tag? Die österreichische Nationalmannschaft. Kein Problem mit dem 12-Stunden Tag? Die österreichische Nationalmannschaft.  (AFP or licensors)

Österreich: Kirchliche Dienstnehmer lehnen Arbeitszeitgesetz ab

Die Österreichische Regierung plant die Ausweitung der Arbeitszeit auf einen 12-Stunden Tag bzw. die 60 Stunden Woche. Die „Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Dienstnehmer Österreich“ (AKDÖ) geht davon aus, dass dies einseitig Arbeitnehmer belaste und nur die Interessen von Wirtschaft und Industriellen bediene.

Die Regierung habe zwar die angebliche Freiwilligkeit betont, diese jedoch an keiner Stelle im Gesetzesentwurf durch mögliche Sanktionen gestärkt.
Die Änderung des Arbeitszeitgesetzes widerspricht nach Überzeugung der kirchlichen Dienstnehmervertretung auch den Prinzipien der katholischen Soziallehre: Längere Arbeitszeiten würden die Freiheit der Beschäftigten einschränken und das Familienleben nachteilig beeinflussen. Zudem sei die Teilnahme am öffentlichen Leben sowie die Gelegenheit zu ehrenamtlicher Tätigkeit durch längere Arbeitszeiten massiv beschränkt.

Kirchenmitarbeiter betroffen

 

Negative Folgen befürchtet die kirchliche Dienstnehmervertretung auch für ihren eigenen Zuständigkeitsbereich: Dort, wo es schon kollektivvertragliche Regelungen gebe, würden diese unter Druck geraten.

Drei entscheidende Gründe nennt die kirchliche Dienstnehmervertretung zusammenfassend für ihre "dezidierte Ablehnung" der geplanten Änderungen: Es fehlten Maßnahmen zum Ausgleich längerer Arbeitszeiten; die Mitwirkungsrechte des Betriebsrates würden beseitigt und Überstundenzuschläge fielen weg.
Auch die österreichische Arbeiterkammer (AK) hat sich am Donnerstag bei ihrer Hauptversammlung in Feldkirch gegen die von der Regierung geplante Erweiterung der Arbeitszeit ausgesprochen: Das neue Gesetz werde die AK-Mitglieder Geld, Gesundheit, Freizeit und Familie kosten.

(kap/diverse - ck)

22 Juni 2018, 15:52