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Fronleichnam: Unsere Wolkensäule, unser Bundeszelt

Beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten zog der Herr voraus, in einer Wolkensäule – so beschreibt es das Buch Exodus im Alten Testament. Später schuf er sich dann im mitziehenden Bundeszelt einen Ort der Präsenz mitten unter seinem Volk. Etwas Ähnliches ist Fronleichnam: Gott ist da, mitten unter seinem umherziehenden Volk.

Stefan von Kempis - Vatikanstadt

Das katholische Hochfest des Leibes und des Blutes Christi geht auf die Vision der Ordensfrau Juliane von Lüttich zurück. 1209 wurde es zuerst gefeiert, Papst Urban IV. dehnte es dann noch im 13. Jahrhundert auf die ganze Weltkirche aus. In katholisch geprägten Ländern oder Landesteilen ist Fronleichnam – Corpus Christi heißt die lateinische Bezeichnung – ein gesetzlicher Feiertag. Die Prozession durch die Straßen mit der konsekrierten Hostie ist ein öffentliches Bekenntnis des Glaubens an Jesu Gegenwart in der Eucharistie. Unsere Wolkensäule also. Unser Bundeszelt.

Prozession am Strand

 

Im Vatikan ist Fronleichnam ein Feiertag, drumherum in Italien dagegen nicht. Bis vor einigen Jahren feierte der Papst am Abend von Fronleichnam eine Messe vor der Lateranbasilika und nahm dann an einer Prozession zur nahegelegenen Basilika Santa Maria Maggiore teil. Doch mittlerweile hält Papst Franziskus es wie die italienische Kirche, seine Prozession findet sonntags statt. An diesem Sonntagabend begeht er also Fronleichnam – erstmals nicht in Rom, sondern im nahegelegenen Ostia, direkt am Mittelmeer.

(vatican news)

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31. Mai 2018, 09:19