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Katholikentag in Münster Katholikentag in Münster  (ANSA)

Katholikentag: Ökumene, Kommuniondebatte und Dialog

Beim Katholikentag in Münster werden auch die „heißen Eisen“ der katholischen Kirche in Deutschland angesprochen. So diskutierten Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in Münster über Ökumene nach 2017. Im Gespräch mit dem Domradio ging der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hingegen auf den Kommunionstreit ein.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Kardinal Marx würdigte in Münster die spürbare ökumenische Aufbruchsstimmung, die sich durch das Reformationsgedenken entwickelt habe. Während der Diskussion appellierten Kardinal Marx und der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm an die Teilnehmer des Katholikentags, „Freundschaft“ im Alltag zu leben. Die ökumenische Freundschaft im Gespräch sei ebenso wichtig wie ein freundschaftlicher Umgang in der Gesellschaft.

Landesbischof Bedford-Strohm erinnerte in diesem Zusammenhang an das ökumenische Engagement von Papst Franziskus, der im Jahr des Reformationsgedenkens starke Signale der Gemeinsamkeit gesetzt habe.

Bei den Gesprächen in Münster ging es unter anderem im Zusammenhang mit dem Thema „Ökumene“ auch um die Frage nach dem Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner in einer gemischtkonfessionellen Ehe. Dazu äußerte sich der Kölner Erzbischof Kardinal Woelki im Gespräch mit unseren Kollegen vom Domradio. Woelki weist Vorwürfe zurück, wonach er in der Debatte um eine pastorale Handreichung zum Zugang zur Kommunion für nichtkatholische Ehepartner hinter dem Rücken der Bischofskonferenz agiert habe. Sein Standpunkt sei spätestens seit März 2017 klar gewesen. Dazu erläutert Woelki:

„Wir in der Bischofskonferenz haben in der Tat gerade sehr wichtige Fragen miteinander zu diskutieren, dazu gehört sicherlich auch mal die Auseinandersetzung und die unterschiedliche Sicht auf die Dinge. Bei der entsprechenden Frage geht es um eine ganz zentrale und wichtige Frage, die Frage der Eucharistie, die für uns katholische Christen und auch unsere orthodoxen Mitchristen zentral ist, weil die Eucharistie immer auch mit der Kircheneinheit und der Bekenntniseinheit sehr eng verbunden ist. Und da gibt es eben mit Blick auf das unterschiedliche Verständnis der Kirche und ein anderes Sakramentenverständnis zwischen katholischen und evangelischen Christen immer noch Differenzen. Und darüber sprechen wir gerade miteinander und tauschen uns aus. Und da gibt es sicherlich die ein oder andere unterschiedliche Sicht. Aber es ist auch gut, dass wir darum ringen.“

Zum Nachhören

Kardinal Woelki hatte bereits am 16. März 2017 geschrieben

 

Zum Vorwurf im Raum, er hätte den Brief über die Handreichung an den Papst mit einigen Bischöfen an der Mehrheit in der Bischofskonferenz vorbei initiiert, sagt Woelki: „Das kann ich nicht verstehen. Ich wundere mich auch darüber, dass das so dargestellt wurde. Ich habe bereits am 16. März 2017, also wenige Tage nachdem dieses Thema erstmals auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Bensberg aufgeschlagen ist, an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz einen Brief geschrieben.“

Deutschland sei zwar das Land der Reformation, aber es sei auch „nur“ ein Land der Reformation, betont der Kölner Kardinal. „Wir als katholische Kirche sind weltweit vertreten. Deshalb müssen wir in dieser wichtigen Frage auch das Universalkirchliche mitbedenken. Das fordert auch die Synodalität und die Kollegialität untereinander und die Einheit mit dem Papst.“ Er stimme mit dem Papst überein, dass die Frage nun innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz „einmütig“ geregelt werden soll.

(domradio)

11 Mai 2018, 15:26