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Peter Kohlgraf (l) ist seit August 2017 der Mainzer Bischof - und damit Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann Peter Kohlgraf (l) ist seit August 2017 der Mainzer Bischof - und damit Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann  (ANSA)

Mainzer Bischof: Der Papst ist ein guter Eheberater

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat ein neues Buch veröffentlicht. In „Vergeben und Versöhnen“ geht es um Beziehungen und den Wert der Papst-Schreibens „Amoris laetitia“.

Verletzungssituationen und Versöhnung in der Ehe und in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen stehen im Mittelpunkt des neuen Buchs „Vergeben und Versöhnen“ von Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz.

Dazu hat er gemeinsam mit Studierenden eine Befragung des Bundesverbands katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberater ausgewertet. Seine Erkenntnis: Viele Menschen wissen gar nicht, wie sie Konflikte richtig bewältigen können. Und: Auch Katholiken streiten sich – und das ist gut so. Denn in seinem Buch plädiert Kohlgraf dafür, Streitigkeiten auszutragen.

Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) sagte er: „Es wäre sogar schädlich, aus religiöser Motivation heraus zu sagen ,Wir dürfen uns gar nicht streiten‘ – oder jeden Streit mit einer pseudoreligiösen Harmoniesoße zu übergießen und unter den Teppich zu kehren. Das wäre kontraproduktiv. Um Konflikte bewältigen zu können, muss ich sie benennen und kompetent damit umgehen.“

Dabei soll sein Buch helfen. Es brauche Formen von Gesprächskultur, bei denen man sich mit viel Empathie in die Perspektive des anderen hineindenken müsse, so der 51-Jährige, der im vergangenen Jahr zum Mainzer Bischof geweiht wurde. Diese Fähigkeiten könnten erlernt werden, beispielweise in kirchlichen Beratungsstellen, aber auch in Kitas und Schulen würden diese Werte vermittelt.

Dabei lässt Kohlgraf nicht außer Acht, dass es Beziehungen gebe, in denen eine Trennung das einzig menschlich vernünftige und mögliche sei – beispielsweise dann, wenn Gewalt den Alltag beherrsche und auch die Kinder nur litten. Das seien dann auch die Einzelfälle, in denen man über eine Zulassung zum Kommunionempfang der wiederverheirateten Geschiedenen nachdenken könne, so der Mainzer Bischof.

In diesem Zusammenhang lobte er auch das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus. Über dieses Schreiben sagte Kohlgraf, dass es „lebensnah ist, ohne die Theologie zu vernachlässigen“. Da sei der Papst mit seinen praktischen Tipps ein guter Eheberater, erklärt Kohlgraf.

(kna- nv)

04 April 2018, 11:32