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Kardinal Schönborn Kardinal Schönborn  (AFP or licensors)

Kardinal Schönborn besuchte Obdachlose in Wiener „Gruft“

Kardinal Christoph Schönborn hat am Freitagnachmittag das Obdachlosenzentrum „Gruft“ der Caritas in Wien-Mariahilf besucht. Zusammen mit Caritas-Präsident Michael Landau führte der Wiener Erzbischof ausführliche Gespräche mit wohnungslosen Frauen und Männern sowie Mitarbeitern der Sozialeinrichtung und machte sich ein Bild von den Notlagen, die Menschen veranlassen, in die „Gruft“ zu kommen.

Schönborn sprach den wohnungslosen Menschen seine „größte Hochachtung“ aus und appellierte zugleich an die Gesellschaft, zu helfen. Diese habe die „Pflicht und Mittel“, sich um die Betroffenen zu kümmern, so der Kardinal wörtlich. „Mich beeindruckt, wie diese Menschen um ihre Würde kämpfen, wie sie alles versuchen, um wenigstens den Rest ihrer bürgerlichen Existenz zu retten“, sagte der Wiener Erzbischof.

Schönborn nahm den Besuch auch als Gelegenheit zum Dank „an unsere Caritas, dass sie sich als Anwalt für die Schwächsten der Gesellschaft einsetzt, die besonderen Schutz und besondere Zuwendung brauchen“.

 

Unterstützung der Caritas

 

In der „Gruft“ finden obdachlose Menschen 365 Tage im Jahr einen Platz zum Schlafen, Aufwärmen, ein warmes Essen und ein offenes Ohr. Die Caritas unterstützt sie dabei, den Alltag zu meistern und wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. In jüngster Zeit registriert die Einrichtung auch immer mehr Tagesgäste, die zwar noch eine eigene Wohnung haben, sich aber – etwa wegen Langzeitarbeitslosigkeit – weder Heizung noch Essen leisten können. Die größte Altersgruppe unter ihnen sind mittlerweile die 18- bis 30-Jährigen.

Caritas-Präsident Landau verdeutlichte bei dem Besuch die Bedeutung der „Gruft“ für Obdachlose: So habe die Einrichtung während der jüngsten Kältetage täglich 600 warme Mahlzeiten ausgegeben. Am „Kältetelefon“ der Wiener Caritas verzeichnete man demnach in diesem Winter bisher rund 5.000 Anrufe, wodurch viele bei Temperaturen von minus 10 Grad vom Erfrieren bedrohte Menschen in beheizte Unterkünfte gelotst werden konnten. Das habe dazu beigetragen, dass es keinen einzigen Kältetoten in Wien gegeben hat. Landau sieht dies als Beweis, dass die „Kultur des aufmerksamen Hinschauens“ noch immer für Österreich maßgeblich sei.

(kap – mg)

17 März 2018, 12:39