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Viele Menschen haben keine Verbindung mehr zur Kirche. Viele Menschen haben keine Verbindung mehr zur Kirche.  (ANSA)

D: Mit Ausgetretenen reden

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ruft die Gläubigen dazu auf, den Kontakt zu Menschenen zu halten, die die Kirche verlassen hätten. Es sei wichtig, zu verstehen, warum diese Menschen nicht mehr zur Kirche gehören wollten. Hierzu wurde unlängst eine Studie vorgestellt.

Entfremdung, fehlende emotionale Bindung zur Kirche, „nicht mehr zeitgemäße Haltung“ im Bereich der Sexualmoral, das Frauenbild, die Position zu wiederverheirateten Geschiedenen, das Zölibat, Missbrauchsfälle, Finanzaffäre um das Limburger Bischofshaus, Kirchensteuer – all das sind Gründe, weswegen Menschen aus der Kirche austreten. Das hat eine Studie der Ruhr-Universität Bochum ergeben.

Mit Kritik und Austritten umzugehen, fiel der Kirche lange nicht leicht. Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ruft nun die katholischen Gemeinden dazu auf, verstärkt den Kontakt zu aus der Kirche ausgetretenen Menschen zu suchen. In persönlichen Gesprächen sollten die Gemeindemitglieder versuchen zu verstehen, weswegen die Betroffenen aus der Kirche ausgetreten sind. Die Kirche könne die Empfehlungen der Ausgetretenen nicht zur Kenntnis nehmen, ohne sich auch in ihren Lehr- und Moralfragen infrage stellen zu lassen, betonte Pfeffer. Denn, so Pfeffer weiter, die Kirche sollte anerkennen, dass auch in ihren Kritikern der Geist Gottes wirke, sagte er am Mittwochabend in Mülheim an der Ruhr. In den persönlichen Gesprächen sollte es darum gehen, die Motive der Ausgetretenen zu verstehen, etwa welche Ereignisse sie verletzt hätten oder was sie an der Kirche frustriere. Pfeffer äußerte sich am Rande einer Tagung, bei der die Diözese Essen die Ergebnisse einer von ihr in Auftrag gegebenen Kirchenaustritt-Studie vorstellte.

Der Generalvikarzeigte sich dagegen überrascht, dass das Image der Kirche so "miserabel" sei. Immerhin erlebe er, dass die Kirche in der Gesellschaft immer noch eine hohe Wertschätzung genieße und man große Erwartungen an sie richte. Zu Weihnachten seien die Kirchen immerhin stets gut besucht. Die eigentliche Frage, der die Kirche sich stellen muss, ist für Pfeffer die nach der Vermittlung von Lebenssinn und Hoffnung. "Da haben wir noch ziemlich viel Luft nach oben", so der Generalvikar.

(vatican news - nv)

02 März 2018, 11:30