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Nordlicht über den Lofoten am 3. März Nordlicht über den Lofoten am 3. März  (AFP or licensors)

EKD-Umweltbeauftragter lobt Laudato si‘

Der EKD-Beauftragte für Umweltfragen lobt Laudato si‘. „Dass Papst Franziskus an dieser Stelle so deutlich Stellung genommen hat und auch die Wirtschaftsstrukturen vor allem in der Finanzwirtschaft kritisiert hat, hat schon etwas bewegt.“ Das sagte Hans Diefenbacher am Donnerstag am Rand eines Kongresses in Rom.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Der Professor für Volkswirtschaftslehre formuliert, Franziskus sei mit seinem Eintreten für die Schöpfung „etwas mehr als eine Stimme unter anderen“. Allerdings gebe es „natürlich an vielen Stellen Leute, die genau diese Dinge schon seit längerem gesagt haben“.

Mit Franziskus‘ Diktum „Diese Wirtschaft tötet“ kann der Heidelberger Professor nicht so viel anfangen. Das sei doch „eine sehr radikale Aussage“, da dürfe man nicht „so pauschalisieren“. „Es kommt immer wieder zu Strukturen, die, glaube ich, nicht lebensdienlich sind, aber wir sind alle irgendwie in wirtschaftliche Strukturen verstrickt, so dass man mit solchen Pauschal-Äußerungen sehr vorsichtig sein sollte.“

Für Diefenbacher ist Ökologische Ökonomie „ein wesentlicher Teil der Volkswirtschaftslehre“: Da gehe es um Ressorcen-Bewirtschaftung oder Energiefragen. Wichtige Herausforderungen in Deutschland und Europa seien heute der Übergang auf erneuerbare Energiesysteme und die Verkehrspolitik. „Es ist aber auch die Beschaffung von ökologischen und fairen Gütern für den täglichen Bedarf.“

Eintreten für die Umwelt müsse Christen ein Herzensanliegen sein. „Wir haben den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren – und wir sollten für eine nachhaltige Wirtschaft sorgen, damit auch unsere Enkel und deren Enkel noch lebenswerte Bedingungen auf der Erde vorfinden.“

Die evangelischen Kirchen in Deutschland hätten sich 2008 vorgenommen, die Klimaschutz-Ziele einzuhalten, also bis 2020 vierzig Prozent am CO2-Ausstoss einzusparen. Um das auch einzuhalten, müssten sich die Verantwortlichen „um die Gebäude, das Mobilitätsmanagement und das Beschaffungswesen kümmern“. „Die Landeskirchen haben in ihrer Mehrzahl jetzt eigene Klimaschutz-Konzepte verabschiedet, so dass wir hier ganz konkrete, praktische Schritte gehen können.“

Diefenbacher ist stellvertretender Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg und Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) für Umweltfragen. In Rom nahm er an einem Kongress über „radikale ökologische Umkehr“ an der Päpstlichen Universität Gregoriana teil. Der Kongress war u.a. von der Deutschen Botschaft am Heiligen Stuhl organisiert worden.

Hier können Sie das ganze Interview hören
10 März 2018, 08:51