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Die Gläubigen in Deutschland sind oft unzufrieden mit ihrer Kirche Die Gläubigen in Deutschland sind oft unzufrieden mit ihrer Kirche  (AFP or licensors)

Münster: Wo Kirche drin ist, soll auch Kirche draufstehen

„Prüft alles und behaltet das Gute“ – das Wort des Apostels Paulus ist der Diözese Münster Befehl. Denn aktuell sind Gläubige und nicht-Gläubige häufig nicht zufrieden mit der Kirche – das muss sich ändern.

Der Anstoß, besser herauszustellen, was die Kirche leistet und wo sie wirkt kam von den Gläubigen im Bistum Münster selbst. 2015 hatte Münster als erste deutsche Diözese überhaupt vor dem Hintergrund von Kirchenaustritten unter Mitgliedern eine Marketing-Studie durchgeführt. Zentrale Ergebnisse damals waren, dass rund 30 Prozent mit ihrer Kirche zufrieden und ebenso viele unzufrieden sind. 22 Prozent der Katholiken waren austrittsgefährdet. Zentral zusammengefasst lautete das Ergebnis: Die Zufriedenheit mit der Institution Katholische Kirche ist aus Sicht der Gläubigen in einem kritischen Zustand.

Der Leiter der Studie, Heribert Meffert, erklärte, die Kirche müsse ihre Marke und ihre Kundenorientierung stärken. Viele Bürger wüssten gar nicht, wo überall Kirche dahinterstecke – etwa bei der Caritas, in Familienbildungsstätten, Beratungsstellen, Krankenhäusern oder Büchereien. Markenkern der Kirche sei ihre Heilsbotschaft und der damit verbundene Nutzen für die Gläubigen. Aufgabe des Marketings sei es, diesen Kern zu vermitteln und eine Beziehung zu den Menschen herzustellen.

Die Diözese solle stärker eine „Kirche der Beziehung“ sein, wünscht sich Bischof Felix Genn. Mehr Verantwortung für Laien, mehr Ansprache an die Jugend, mehr Experimente wagen, sind gefordert. Ziel sei es, „mutig neue Wege zu entdecken, auf denen Menschen von der Botschaft Jesu erfahren können und hiervon angesteckt werden“.

Markenkern soll eben diese „Kultur der Beziehung“ werden. Dazu braucht es ein Markenzeichen oder Logo, um Einrichtungen der Kirche zu identifizieren; ein leicht verständlicher und eingängiger Slogan; vorhandene Symbole von Einrichtungen sollen mit dem neuen Markenzeichen des Bistums kombiniert werden und außerdem soll die Kirche als Arbeitgeber beworben werden: Vor allem die Vielfalt der Möglichkeiten rückt dann in den Vordergrund. Nach Diakon und Pfarrer, Pfarrsekretärin und Gemeindereferent ist längst noch nicht Schluss. Sie braucht von A wie Altenpfleger bis Z wie Zimmerer Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten.

Aber: Marke hin, Slogan her. Neben aller Außenwirkung wird entscheidend sein, ob die Menschen die Kirche als einen Ort erfahren, der „eine Kultur der Beziehung im Geiste Jesu fördert“. Das weiß auch das Bistum Münster.

(kna – nv)

28 März 2018, 14:07