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Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße 

D: Initiative will katholische Schulen in Hamburg übernehmen

In Hamburg hat sich ein Initiativkreis zum Erhalt der katholischen Schulen des Erzbistums Hamburg gegründet. Das Erzbistum begrüßt diesen Einsatz.

Die private Initiative rund um den Hamburger Rechtsanwalt Christian Bernzen schlägt eine Genossenschaft zur Übernahme aller 21 katholischen Schulen in der Stadt vor. Ziel sei eine stabile und dauerhafte Lösung, sagte Bernzen am Freitag vor der Presse in Hamburg. „Jede katholische Schule in Hamburg ist erhaltenswürdig und erhaltenswert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“

Das Erzbistum Hamburg hatte Mitte Januar angekündigt, bis zu 8 der 21 katholischen Schulen in der Stadt zu schließen. Grund ist die prekäre Haushaltslage.

Die Genossenschaft soll laut Bernzen 10.000 Hamburger Bürger umfassen, die je einen 1.000-Euro-Anteil erwerben. Kinder und Jugendliche zahlten zunächst 200 Euro ein; im Alter von 25 Jahren könnten sie die restlichen 800 Euro beisteuern oder aus der Genossenschaft austreten. Solch eine Genossenschaft ergebe eine gute Basis, um dem Erzbistum Hamburg anzubieten, „dass wir alle zusammen den Betrieb und auch die Immobilien aller 21 Schulen übernehmen“, hieß es.

„Wir finden das ist eine große Chance: Wir wollen Eigenverantwortung organisieren und nicht Protest“, sagte Bernzen, der auch als Hochschullehrer an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin tätig ist. „Seriöserweise sagen wir, wir wissen noch nicht, wie alles ausgeht.“

Das Erzbistum begrüßte in einem eigenen Statement zunächst ausdrücklich den Einsatz für die Schulen. Alle Vorschläge zum Erhalt würden geprüft. Es sagte Gespräche mit der Initiative „über das noch unbekannte Konzept“ zu. Es stehe für das Erzbistum jedoch fest, dass aufgrund seiner Überschuldung fünf Schulen nicht weiterentwickelt werden könnten. Für die drei weiteren Schulen - die Katholische Schule Harburg, die Katholische Sophienschule in Barmbek und die Katholische Schule Neugraben - werde „intensiv nach Lösungen gesucht“.

Nach einer Prüfung hatte das Erzbistum fünf Schulen als „nicht tragfähig“ und weitere drei als «“bedingt tragfähig“ eingestuft. Der laufende Betrieb der 21 katholischen Schulen weist eine Unterdeckung von jährlich 8 bis 13 Millionen Euro auf. Hinzu kommt ein Investitionsbedarf für Sanierungen und Neubauten von rund 65 Millionen Euro.

(kna - pr)

03 Februar 2018, 09:54