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Kardinal O'Malley (links) mit dem Papst im Vatikan (Archivbild) Kardinal O'Malley (links) mit dem Papst im Vatikan (Archivbild)  (AFP or licensors)

Kardinal O'Malley bestärkt Papstengagement gegen Missbrauch

Der Leiter der Päpstlichen Kinderschutzkommission, Kardinal Sean Patrick O’Malley, bekräftigt die Null-Toleranz-Politik des Papstes in Bezug auf sexuelle Gewalt gegen Kinder. Kardinal O’Malley veröffentlichte auf der Webseite seines Bistums einen Text, in dem er auf die Vorwürfe gegen den Papst eingeht, er nehme einen Mitwisser gegen die Opfer in Schutz.

P. Bernd Hagenkord - Vatikanstadt

Papst Franziskus hatte in Chile auf die Frage eines Journalisten über Bischof Juan Barros von Osorno gesagt, die Vorwürfe seien „Verleumdungen“, und er habe keine Beweise für Fehlverhalten. Kritiker werfen dem Bischof vor, er habe Fälle von Kindesmissbrauch vertuscht. Barros selbst weist alle Vorwürfe zurück. Franziskus hatte ihn 2014 zum Bischof ernannt.

Kardinal O’Malley schrieb, es sei verständlich, dass die Worte des Papstes Überlebenden sexuellen Missbrauchs durch Kleriker Schmerz verursacht hätten. Äußerungen, die die Botschaft vermitteln, „wenn du deine Vorwürfe nicht belegen kannst, glaubt man dir nicht", stellten Opfer ins Abseits, so O'Malley. Er wisse aber, dass der Papst „vollständig das ungeheuerliche Scheitern der Kirche und des Klerus“ anerkenne, ebenso den „verheerenden Effekt, den diese Verbrechen für die Überlebenden und ihre Familien“ haben. 

 

Null Toleranz

 

Er selber habe den Papst bei vielen Begegnungen mit Überlebenden sexueller Gewalt begleitet und sei Zeuge, wie sehr der Papst mitfühle, schrieb der Kardinal weiter. Franziskus kenne die „Tiefe und Breite der Wunden“, die diese Form der Gewalt zufüge. „Die Stellungnahmen des Papstes, dass es im Leben der Kirche keinen Platz für Menschen gebe, die Kinder missbrauchen und dass wir eine Null-Toleranz-Politik mit Blick auf diese Verbrechen brauchen, sind echt und sind seine Überzeugung“, erklärt der Kardinal in seiner Wortmeldung.

Bischof Barros zählt zum geistlichen Schülerkreis des Priesters Fernando Karadima, der nach gerichtlichen Erkenntnissen über Jahrzehnte Minderjährige missbraucht hat. Kritiker beschuldigen Barros, von Karadimas Verbrechen gewusst und sie verschwiegen zu haben. Belege dafür fehlen bisher, Barros selbst hat stets bestritten, von den Verfehlungen des heute 87-jährigen Karadima Kenntnis zu haben.

O'Malley ist Erzbischof von Boston und Mitglied des Kardinalsrats des Papstes, des so genannten K9. Auf Empfehlung dieses Gremiums hin hatte Franziskus 2014 als ersten greifbaren Schritt der Kurienreform die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen gegründet und Kardinal O’Malley als deren Leiter eingesetzt. 

Der vollständige Text findet sich auf der Webseite des Bistums von Kardinal O'Malley.

(vatican news)

20 Januar 2018, 19:06