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Österreich: Drei von vier getauften Erwachsenen sind Ex-Muslime

Österreichweit empfingen im Jahr 2017 bis zu 750 Erwachsene die Taufe in der katholischen Kirche. Das geht aus aktuellen Zahlen des Koordinationsbüros für Katechumenat und Asyl der Österreichischen Bischofskonferenz hervor. Von diesen 750 neuen Katholiken haben rund 75 Prozent einen muslimischen Hintergrund.

Die Zahl der Erwachsenentaufen ist damit zuletzt deutlich angestiegen. 2014 verzeichnete die amtliche Statistik der Bischofskonferenz 305 Erwachsenentaufen. Hauptgrund für die Zunahmen ist die hohe Zahl von Taufbewerbern aus muslimischen Ländern, die im Zuge der Flüchtlingsbewegung nach Österreich kamen und Christen werden wollen, erläuterte Ulrike Dostal, Leiterin des Koordinationsbüros, gegenüber „Kathpress". Deshalb werde sich der Zuwachs an Erwachsenentaufen mutmaßlich nicht fortsetzen.

Die Taufvorbereitung dauert in der katholischen Kirche ein Jahr und gilt als anspruchsvoll. Zentrale Inhalte in den Katechesen sind die Bibel, die Sakramente und das Glaubensbekenntnis. Üblich ist auch, soweit möglich, die aktive Teilhabe am Pfarrleben.

 

Absurde Praktiken bei Asylverfahren

 

Kritik an „immer absurderen" Praktiken bei den Interviews im Asylverfahren hatte kurz vor Weihnachten der evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermair geäußert. Bei den „Glaubensprüfungen" würden Inhalte abgefragt, die „90 Prozent der österreichischen Evangelischen nicht beantworten" könnten, kritisierte der Vertreter der evangelisch-lutherischen Kirche. Immer wieder unterstellten die Behörden deshalb eine Scheinkonversion und lehnten Asylanträge ab. Nicht der Staat, sondern die Kirche habe die Ernsthaftigkeit des Taufwillens zu prüfen und über die Rechtmäßigkeit der Taufe zu entscheiden, betonte Schiefermair.

Von Seiten des Koordinationsbüros für Katechumenat und Asyl der Österreichischen Bischofskonferenz hieß es gegenüber „Kathpress", man habe mit den gleichen Problemen wie die Evangelische Kirche zu kämpfen. Die Kirchen nähmen die Konversionen sehr ernst nehmen und suchten Scheinkonversionen mit der intensiven Vorbereitung vorzubeugen. Das Problem, dass muslimische Flüchtlinge und Migranten sich von einem Religionswechsel zum Christentum mehr Schutz versprechen und daher nicht aus religiösen Gründen konvertieren, ist bereits länger bekannt, stellt sich aber im Zug der Migrationswelle häufiger.

(kap – gs)

15 Januar 2018, 13:24