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Das Friedenslicht ist ein Zeichen der Solidarität Das Friedenslicht ist ein Zeichen der Solidarität  (AFP or licensors)

Friedenslicht besucht deutschsprachige Länder

Das Friedenslicht aus Bethlehem hat von Österreich aus seinen Weg in die Schweiz und nach Deutschland gefunden: Am Sonntag wurde bei zahlreichen Feiern das Friedenslicht, das Abgesandte der einzelnen Diözesen aus Österreich geholt hatten, an Tausende Trägerinnen und Träger weiter gegeben.

Ein Brauch, der auf Initiative des Österreichischen Rundfunks ORF mittlerweile seit 1986 eine weltweite Lichtspur hinterlässt, neben fast allen europäischen Ländern können sich beispielsweise auch Gläubige in USA über das Licht freuen. Mitte vergangener Woche hatte auch Papst Franziskus am Rand der Generalaudienz das Friedenslicht aus den Händen des österreichischen Buben erhalten, der es an der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet hatte.

Auch in Köln wurde das Friedenslicht von zahlreichen Kindern und Jugendlichen erwartet, am Sonntagabend fand im Kölner Dom eine große Aussendefeier statt. Vor allem die Pfadfindergruppen sind bei der Weitergabe des Lichtes aktiv. Anne Segbers ist eine von ihnen, Carsten Döpp vom Kölner Domradio hat ihr gesprochen und sie gefragt, wie das Licht eigentlich nach Köln gelangt.

DOMRADIO: Wie genau kommt denn das Licht aus Bethlehem nach Köln?

Segbers: Das wird in einem feuerfesten Container von Bethlehem mit dem Flugzeug nach Wien transportiert. Aus den Bistümern fahren Delegationen mit dem Zug nach Wien und holen das Licht da ab – auch Pfadfinder aus Köln sind dabei.

DOMRADIO: Bei dem Licht muss man ja vorsichtig sein, gibt es da ein Back-Up?

Segbers: Wir versuchen immer, nicht nur mit einer einzigen Laterne hierher zu kommen, sondern mit mehreren. In der Bahn darf man eigentlich pro Waggon nur ein Licht haben, das ist mit offenem Feuer im Zug eh kritisch. Wenn der Schaffner vorbeikommt und sagt: "Auspusten", dann muss man noch ein Back-Up-Licht haben. Es ist uns aber zum Glück noch nie passiert, dass das Licht ausgegangen ist.

DOMRADIO: Was tun Sie, wenn das Licht dann in der Gemeinde angekommen ist?

Segbers: Viele Pfadfinder bringen das Licht an Orte, wo Frieden besonders notwendig ist: In Polizei- und Feuerwehrstationen, in Flüchtlingsunterkünfte, Altenheime, aber auch als Freundschaftszeichen in Synagogen und Moscheen.

DOMRADIO: Kann das Licht etwas bewirken?

Segbers: Ich finde am Friedenslicht besonders die zweigeteilte Bedeutung attraktiv: Dass es auf der einen Seite ein großes Symbol ist, das ja auch in Landes- und Bundesministerien gebracht wird und was von uns als Erinnerung an Politikerinnen und Politiker verwendet wird; dass nicht alles gut ist, dass Frieden nicht überall besteht und dass man da was machen muss.

Auf der anderen Seite ist es das Symbol für unsere Kinder und Jugendlichen, auch mal in ihrer Welt zu schauen: Wo herrscht da Unfriede, wo kann ich was machen, wo kann ich verzeihen, wo kann ich mich bei jemandem melden oder entschuldigen.

(domradio/kath.ch)

18 Dezember 2017, 13:23