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In einem deutschen Gerichtssaal In einem deutschen Gerichtssaal  (AFP or licensors)

D: Ex-Priester als Wiederholungstäter vor Gericht

Er soll sich 21 Jahre lang an Kindern in halb Europa vergriffen haben. Dabei gab der Angeklagte sich als frommer Priester aus. Aber schon bei seiner Weihe in Polen ging es offensichtlich nicht mit rechten Dingen zu.

Am kommenden Montag beginnt vor dem Deggendorfer Landgericht ein Missbrauchs-Prozess gegen den ehemaligen Priester. Die Umstände seien in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) an diesem Dienstag: Mehr als 100 Übergriffe auf Mädchen und Jungen sollen sich zwischen 1995 und 2016 in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Polen zugetragen haben. Dazwischen verbüßte der Angeklagte eine mehrjährige Haft und verlor sein Priesteramt, das er sich offenbar mit gefälschten Zeugnissen in Polen erschlichen hatte. Nach seiner Priesterweihe 1994 habe seine Wanderschaft durch mehrere europäische Länder begonnen.

Zuletzt aufgeflogen ist der falsche Priester in Niederbayern. 2016 vertraute sich eine Frau ihrem Pfarrer an und berichtete von Übergriffen des Beschuldigten auf ihr Kind, die sich auf einer gemeinsamen Reise mit ihrer Familie nach Polen zugetragen haben sollen. Der Pfarrer drängte sie daraufhin zur Anzeige gegen den Mann, der inzwischen weitergezogen war. Und auch der Pfarrer musste sich eingestehen, dass er über Monate einem Hochstapler aufgesessen war und diesen als Aushilfsseelsorger hatte tätig sein lassen, nachdem er einen Warnhinweis im Amtsblatt des Bistums Regensburg übersehen hatte

Nach seiner Festnahme kam der Mann zunächst in Untersuchungshaft und sitzt inzwischen in der Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für krankhaft pädophil und vermindert schuldfähig, aber zugleich für eine Gefahr für die Allgemeinheit. Mehrfach soll der Angeklagte nicht nur seinen tatsächlichen beruflichen Status verschwiegen und falsche Namen verwendet haben. Laut Mitteilung der Justiz gab er sich in einem Fall in einer E-Mail sogar als Gott aus, um einen seiner Gastgeber davon abzuhalten, eine finanzielle Gegenleistung für Kost und Logis zu verlangen.

(kna)

12 Dezember 2017, 17:00