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Eritreische Flüchtlinge in Israel Eritreische Flüchtlinge in Israel  (ANSA)

Israel: Gerichtshof setzt Abschiebungen von Flüchtlingen aus

42.000 Anfragen auf Asyl wurden in den letzten Jahren in Israel gestellt. Israel aber stellte ihnen die Wahl zwischen Ausreise und Gefängnis. Nun muss die Regierung ein neues Programm vorstellen, so will es der oberste Gerichtshof.

Der Oberste Gerichtshof Israels hat die Ausweisung der Millionen Flüchtlinge auf seinem Staatsgebiet bis auf weiteres ausgesetzt. Mit dieser Entscheidung haben die Behörden bis zum 26. März Zeit, um mehr Informationen über das Ausweisungsprogramm zur Verfügung zu stellen. Vorausgegangen war eine Beschwerde von Menschenrechtsaktivisten.

Am 1. Januar 2018 hat Israel seine vielen Asylsuchenden in Sorge versetzt. Sie hätten die Wahl, bis April freiwillig auszureisen, anderenfalls drohe ihnen ein Gefängnisaufenthalt. Dieses Programm bezieht sich dabei aktuell nur auf alleinstehende Männer. Im vergangenen Monat wurden bereits erste Flüchtlinge verhaftet, die sich geweigert hatten, das Land zu verlassen. Derzeit leben circa 42.000 Asylsuchende in Israel, die meisten stammen aus Eritrea und dem Sudan.

Am 14. März hat die Regierung das Flüchtlingslager Holot in der Wüste geschlossen, wo Hunderttausende Eritreer und Sudanesen vier Jahre lang lebten.

Die Zukunft der Migranten, die sich dazu entscheiden, das Land zu verlassen, ist unsicher. Viele Migranten gaben an, dass ihnen die von Israel ausgestellten Dokumente abgenommen würden, sobald sie einmal vor Ort seien, sodass sie nicht mehr als Flüchtlinge anerkannt würden und Schwierigkeiten hätten, ein Haus und Arbeit zu finden. UN-Berichten zufolge versuchen viele dieser Flüchtlinge es mit einer weiteren Flucht – diesmal nach Europa.

(asianews - nv)

16 März 2018, 16:53