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Der Papst am Mittwoch in der Audienzhalle Der Papst am Mittwoch in der Audienzhalle 

Generalaudienz: „Die Erlösung ist gratis“

Wer in der Sakristei von St. Peter um die Feier einer Messe in einem speziellen Anliegen (etwa für einen Verstorbenen) bittet, der muss zehn Euro dalassen. Aber in Wirklichkeit kostet eine solche Messe, auch mit einem spezifischen Gebetsanliegen, nichts – sagt jedenfalls der Papst.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Padre, wieviel muss ich denn zahlen, damit mein Name da genannt wird? – Nichts!“ Das sagte Franziskus an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz. Und er legte noch einmal nach: „Haben Sie das verstanden? Nichts. Für die Messe zahlt man nicht. Die Messe ist das Opfer Christi, das gratis ist. Die Erlösung ist gratis. Wenn du eine Spende geben willst, dann tu das ruhig, aber man muss nichts zahlen! Es ist wichtig, das zu verstehen.“

In eine ähnliche Richtung ging auch ein Appell, den der Papst bei der Audienz lancierte, er betrifft die Aktion „24 Stunden für den Herrn“ in vielen Teilen der Welt an diesem Freitag. Da solle man doch bitte die Kirchen möglichst lange öffnen, bat Franziskus. Kostenfreie Messe – offene Kirche: eigentlich eine klare Vorgabe.

In den Katechesen seiner Generalaudienz beschäftigt sich der Papst in diesen Wochen mit dem Thema Heilige Messe; diesmal war das Eucharistische Hochgebet dran.

„Die Messe in der Sprache feiern, die die Leute verstehen“

„Es bildet die Mitte und den Höhepunkt der heiligen Messe und entspricht dem, was Jesus selbst beim Letzten Abendmahl tat, als er über Brot und Wein den Lobpreis sprach. Dieses Dankgebet Jesu lebt in jeder unserer Eucharistiefeiern wieder auf, zusammen mit seinem Heilsopfer. In diesem Gebet bringt die Kirche zum Ausdruck, was sie in der Eucharistie vollzieht und was der Grund dieser Feier ist, nämlich die Gemeinschaft mit dem Herrn, der unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig wird.“

Der Priester lade die Gläubigen kurz vor dem Sanctus dazu ein, „die Herzen zu erheben“, und spreche das Hochgebet dann laut, im Namen aller Anwesenden. Alle Gläubigen träten dadurch in Gemeinschaft mit Christus.
„Und um in diese Gemeinschaft einzutreten, muss man verstehen. Darum hat es die Kirche gewollt, dass die Messe in der Sprache gefeiert werde, die die Menschen verstehen: damit jeder sich diesem Gotteslob und diesem großen Gebet mit dem Priester anschließen kann.“ Das war ein Lob der Messfeier in der Landessprache, eine Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils.

„Schön“ seien sie alle, die Eucharistischen Hochgebete. Und eine Art Schlüssel zur heiligen Wandlung, denn sie führten von der Danksagung, der Akklamation beim Sanktus und der Herabrufung des Heiligen Geistes zu den Wandlungsworten.
„Wir rufen den Heiligen Geist an, damit er komme und damit Jesus in Brot und Wein anwesend sei… Jesus war in dieser Hinsicht eindeutig: Das ist mein Leib, das ist mein Blut. Das hat Jesus selbst gesagt. Da sollten wir uns nicht seltsamen Gedanken hingeben: Wie ist das eigentlich möglich, dass… Es ist der Leib Christi, und damit fertig! Der Glaube – er kommt uns da zu Hilfe. Mit einem Akt des Glaubens glauben wir, dass das der Leib und das Blut Christi sind.“

Das sei wirklich ein „Geheimnis des Glaubens“, so wie das ja auch der Priester gleich nach der Wandlung sage. „Es ist ein Geheimnis des Glaubens, die Feier des Gedächtnisses des Todes und der Auferstehung Christi in der Erwartung seiner Wiederkunft. Durch die Speise seines Leibes werden wir als Kirche in seinen lebendigen Leib heute verwandelt. Die Vereinigung mit dem Opfer Christi ist ebenso Geheimnis der Gemeinschaft, sichtbar in der Fürbitte der Gemeinde für die Kirche und die Welt.“

Er finde das „schön“, sagte der Papst noch einmal, wie die Kirche bete. Genau darum gingen wir zur Messe: „um betende Kirche zu sein“. „Niemand wird im Eucharistischen Hochgebet vergessen, sondern alles wird Gott dargebracht. Niemand ist vergessen. Wenn ich jemanden habe – Verwandte, Freunde –, die das nötig haben oder die in die andere Welt hinübergegangen sind, kann ich sie in diesem Moment nennen, innerlich, oder dafür sorgen, dass ihr Name genannt wird.“

Danach kam dann das Messe-ist-gratis-Zitat: Siehe oben.

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07. März 2018, 11:51