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Der Papst bei der Ankunft in Dhaka Der Papst bei der Ankunft in Dhaka 

Bangladesch: Muslimisch, säkular und aufstrebend

Vom mehrheitlich buddhistischen Myanmar ins mehrheitlich muslimische Bangladesch: Es ist eine völlig andere Kultur, die der Papst jetzt auf dem zweiten Teil seiner Südostasien-Reise kennenlernt.

Anders als in Myanmar ist die Bevölkerung in Bangladesch ethnisch relativ homogen, die Landessprache ist Bangla – wenn sich auch große Teile der Bevölkerung auf Englisch, der zweiten offiziellen Sprache des Landes, verständigen können. Fast neunzig Prozent der rund 160 Millionen Einwohner des äußerst dicht besiedelten Landes bekennen sich zum Islam, die meisten von ihnen sind Sunniten. Gut zehn Prozent der Bevölkerung sind Hindus, während Buddhisten weniger als ein Prozent der Bevölkerung darstellen. Das Christentum ist auch in Bangladesch eine absolute Minderheitenreligion, der nur etwa ein halbes Prozent der Einwohner Bangladeschs angehören. Doch obwohl sie nur eine kleine Minderheit darstellen, sind die Christen in der Gesellschaft überaus aktiv: vor allem im Schul- und Gesundheitswesen stellen christliche Einrichtungen wichtige und anerkannte Ressourcen für die gesamte Gesellschaft dar.

Obwohl Bangladesch verfassungsrechtlich ein säkularer Staat ist, wird der Islam doch als Staatsreligion anerkannt. Gleichzeitig wird auch das Recht auf freie Religionsausübung von der Verfassung garantiert. Ein Recht, das in den letzten Jahren mit dem Aufwind islamistischer Vereinigungen zu bröckeln beginnt: Bangladesch ist vor allem für Menschen, die offen islamkritisch auftreten, zu einem teilweise riskanten Pflaster geworden. Morddrohungen und teilweise auch barbarisch ausgeführte öffentliche Morde an Bloggern und Menschenrechtsaktivisten haben in den vergangen Jahren die internationale Gemeinschaft schockiert. Immer wieder wird von Angriffen von Islamisten vor allem auf Tempel der religiösen Minderheiten berichtet.

Das Land hat vor allem in den vergangenen Jahren einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung und stetiges Wachstum erlebt. Doch auch soziale Spannungen nehmen zu: Bangladesch ist nämlich eines der Länder, die besonders stark durch die globale Erwärmung betroffen sind; der deutliche Anstieg des Meeresspiegels bedroht mittlerweile große Teile des Landes und könnte zur Flucht oder Vertreibung von Millionen von Menschen führen – ganz zu schweigen von der Versalzung durch das Meerwasser, die das Ackerland zunehmend unfruchtbar werden lässt. Immer mehr Menschen strömen vom Land in die Städte, deren Einwohnerdichte Rekordwerte erreicht. Ohnehin ist Bangladesch eines der am dichtesten bevölkerten Ländern der Welt, sowie eines der größten Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Das Drama der muslimischen Rohingya, die zu Hunderttausenden vor den brutalen Verfolgungen aus dem Nachbarland Myanmar nach Bangladesch geflohen sind, hat dem Land vor allem in den vergangenen Monaten weltweit große Aufmerksamkeit gesichert. In Myanmar gelten die teils seit Generationen im Land lebenden Rohingya als „Bengalen“, die Staatsangehörigkeit wird ihnen verwehrt; vor allem die birmanische Armee heizt nach übereinstimmenden Aussagen von Überlebenden und Beobachtern die Lage an und treibt die Menschen regelrecht ins Nachbarland, wo die Lage in den Flüchtlingslagern mittlerweile katastrophal ist. Die Hoffnungen der Weltgemeinschaft richten sich nun auf eine Vereinbarung, die Bangladesch und Myanmar kurz vor dem Papstbesuch zur Rückführung der Flüchtlinge getroffen haben; doch die Frage bleibt offen, ob die Rohingya bei ihrer Rückkehr nach Myanmar nicht doch wieder die gleiche Situation von Unterdrückung und Repressalien vorfinden werden, vor der sie ursprünglich geflohen sind.

(rv cs)

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30. November 2017, 13:28